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«Die Marke gemein­sam zum Klin­gen gebracht»

Marco eberli 19
Autor
Leonie Gröber
Leonie Gröber
Kom­mu­nika­tion

Volksmusik lebt von Tra­di­tion und Erneuerung zugle­ich – genau das spiegelt sich im neuen Auftritt des Haus­es der Volksmusik wider. Geschäfts­führer Markus Brülisauer erzählt, wie ein über Jahre gewach­sen­er Wild­wuchs aus Logos und Far­ben zu einem unver­wech­sel­baren, nationalen Kom­pe­tenzzen­trum wurde – und wie HI Schweiz mit neuem Cor­po­rate Design und ein­er mod­er­nen Web­site den Grund­stein dafür gelegt hat.

Markus, nach über zehn Jahren Haus der Volksmusik stand eine Neuori­en­tierung an. Was hat den Anstoss gegeben?

Das Pro­jekt hat sich über mehrere Jahre hin­weg entwick­elt und wurde schrit­tweise umge­set­zt. Nach über zehn Jahren war es schlicht an der Zeit, sich zu mod­ernisieren. Unser Auftritt war unpräzise und ver­wis­cht – es hat­te sich ein Wild­wuchs an Logos und Far­ben ange­sam­melt, und die Web­site war ver­al­tet. Vieles kam zusam­men. Wir woll­ten unser Pro­fil schär­fen, die Kom­mu­nika­tion­s­mit­tel, Vor­la­gen und Grund­la­gen auf den aktuellen Stand brin­gen und den heuti­gen Bedürfnis­sen anpassen. Wir haben diverse Agen­turen ange­fragt, und HI Schweiz hat den Zuschlag erhal­ten. Seit­dem sind wir erfol­gre­ich gemein­sam unterwegs.

Welche Erwartun­gen hat­tet ihr zu Beginn an das neue Cor­po­rate Design und den Webauftritt?

Uns war wichtig, dass es keinen radikalen Bruch mit dem Bish­eri­gen gibt. Gewisse Ele­mente soll­ten weit­erge­führt wer­den kön­nen – Tra­di­tion, die sich durchzieht, aber auch verän­dern und erneuern kann. Das ist ja typ­isch für Volksmusik: nicht etwas kom­plett Neues, son­dern eine Kon­ti­nu­ität, die das Ganze zusam­men­hält. Bezo­gen auf die Web­site war das Ziel, tech­nisch wieder auf dem aktuellen Stand zu sein – aber so auf­bere­it­et, dass wir als mit­tlerer Kul­turbe­trieb die Inhalte später auch weit­ge­hend selb­st pfle­gen und ausspie­len kön­nen. Wir sind bei den Ressourcen sehr eingeschränkt und müssen entsprechend haushalten.

«Die Men­schen hin­ter HI haben uns ver­standen, begleit­et und gemein­sam mit uns immer den richti­gen Kurs gefunden.»

Markus Brülisauer, Geschäftsführer Haus der Volksmusik

Wie habt ihr die Zusam­me­nar­beit mit HI Schweiz erlebt?

Sehr angenehm. Man ist auf unsere Bedürfnisse einge­gan­gen und hat gemein­sam mit uns in einem Work­shop an der Marke gear­beit­et: Was ist der Kern? Was ist unsere Mis­sion? Was sind unsere The­men, unser Mind­set – nach innen und nach aussen? Gle­ichzeit­ig hat HI Schweiz uns auch bei aus­ge­fal­l­enen Ideen aufgezeigt, warum etwas nicht sin­nvoll ist und wie es sich auf das Gesamt­bild auswirken würde. Man kon­nte wirk­lich im Dia­log zusam­me­nar­beit­en – das war entscheidend.

Gab es einen Moment im Prozess, der beson­ders prä­gend war?

Ja, defin­i­tiv. Für das Eid­genös­sis­che Volksmusik 2019 in Crans-Mon­tana haben wir einen Info­s­tand im neuen CI/CD gebaut und das der Öffentlichkeit vorgestellt. Bis dahin hat­te man alles nur auf Papi­er oder als PDF gese­hen. Als dann plöt­zlich alles aufgestellt war und man den ganzen Stand vor sich hat­te, dachte man wirk­lich: Wow, das hat sich gelohnt – das sieht mega cool aus. In diesem grossen Saal, zwis­chen Instru­menten­bauern und anderen Ausstel­len­den, ist das Haus der Volksmusik bru­tal her­aus­gestochen. Wir haben uns fast ein biss­chen dafür geschämt, wie auf­fäl­lig wir im Ver­gle­ich zu allen anderen waren. Aber es war ein tolles Gefühl.

Was ist das Herzstück des neuen Auftritts?

Die Schrift – die «HDVM Dis­play». Sie wird auss­chliesslich vom Haus der Volksmusik genutzt, und gefällt uns sehr. Sie hat eine klare Lin­ie, ist präsent und präg­nant. Früher haben wir uns immer etwas geziert; durch diese Schrift haben wir an Selb­st­be­wusst­sein gewon­nen. Die Ver­schränkung von mod­ern­er, klar­er Schrift mit dem eher altertüm­lich ange­haucht­en Lauf­text ist eine starke Verbindung – und sie zieht sich durch unsere gesamte Tätigkeit: ein­er­seits das Doku­men­tarische, das Ver­gan­gen­heits­be­zo­gene, ander­er­seits der Blick nach vorne, das Zeit­genös­sis­che. Das ver­suchen wir ja auch inhaltlich miteinan­der zu verbinden. Dazu kommt die Flex­i­bil­ität der Web­site: Im Baukas­ten­sys­tem kön­nen wir Inhalte ziel­gerichtet ein­bauen und pfle­gen. Und mit den ver­schiede­nen URLs – eine für das Haus, eine für das Volksmusik­fes­ti­val – lässt sich das wun­der­bar miteinan­der verknüpfen. Die Nutzer:innen wer­den naht­los von einem Ange­bot zum anderen geführt.

Inwiefern spiegelt der neue Auftritt die Werte des Haus­es der Volksmusik wider?

Wir sind nicht ver­schnörkelt, son­dern klar – mit klar­er Lin­ie und klaren Far­ben, die aber flex­i­bel ein­set­zbar sind. Blau hat sich zur Fes­ti­val­farbe entwick­elt, Rot ist unsere Haus­farbe, und mit Grün und Gelb set­zen wir Akzente dazwis­chen. Das entspricht auch unser­er Arbeitsweise: Gewisse Tätigkeit­en ziehen sich durch alles hin­durch – etwa das Doku­men­tarische oder das Kur­swe­sen –, und dazwis­chen set­zen wir einzelne Akzente mit Ver­anstal­tun­gen und Aktio­nen. Vom alten CI/CD haben wir das Sym­bol der Blume über­nom­men: stil­isiert nach einem Edel­weiss-Hemd, kann man sie aber auch wie ein Aster­isk lesen – als Ausze­ich­nungspunkt, als Tupfer, der immer mal wieder auf­taucht und auflockert.

Wie waren die ersten Reak­tio­nen, als das neue Design live ging?

Nur gute. Auch als es dann auf Social Media präsent und aus­geweit­et wurde, ist es sehr gut angekom­men. Bezo­gen auf Design und Tech­nolo­gie müssen wir uns immer wieder auf den Kern beschränken, damit keine Auswüchse entste­hen. Und genau das schätzen die Men­schen: diese Klarheit und die unmissver­ständlichen Botschaften. Es ist unverwechselbar.

Was hat sich seit dem neuen Auftritt konkret verändert?

Wir sind viel effizien­ter gewor­den. Mit dem Baukas­ten­sys­tem und den Vor­la­gen kön­nen wir spedi­tiv arbeit­en, Inhalte einpfle­gen und auf ver­schiede­nen Kanälen ausspie­len – ohne mit hochspezial­isierten Pro­gram­men kämpfen zu müssen. Das ist für uns als Laien enorm hil­fre­ich. Auf ein­er über­ge­ord­neten Ebene hat sich aber auch das Image des Haus­es der Volksmusik verän­dert. Wir sind gewach­sen und haben an Bedeu­tung gewon­nen. Es gibt uns jet­zt seit zwanzig Jahren – und mit diesem starken, klaren Auftritt sind wir defin­i­tiv als nationales Kom­pe­tenzzen­trum für Volksmusik etabliert. Inner­halb dieses Erschei­n­ungs­bildes entwick­eln wir uns in kleinen Schrit­ten weit­er, sodass wir am Puls der Zeit bleiben.

Wie würdest du das Pro­jekt in einem Satz zusammenfassen?

Wir beschäfti­gen uns mit etwas sehr Sinnlichem, näm­lich Musik. Bei der Volksmusik kann im Grunde jede:r mit­spie­len. Das Haus der Volksmusik hat seine Instru­mente einge­bracht, HI Schweiz hat ihre Instru­mente einge­bracht – und gemein­sam haben wir einen Weg gefun­den, das Ganze zum Klin­gen zu bringen.

Würdest du HI Schweiz weiterempfehlen?

Ja, unbe­d­ingt. Es sind die Men­schen, die hin­ter HI ste­hen. Sie sind auf unsere Bedürfnisse einge­gan­gen, haben uns begleit­et und waren immer für uns da. Und selb­st wenn zwis­chen­durch mal ein Mis­ston aufge­taucht ist, was immer passieren kann, kon­nten wir das ziel­gerichtet und kol­le­gial im Dia­log besprechen und gemein­sam wieder auf den richti­gen Kurs zurückfinden.